Fushimi Inari: Der Schrein der tausenden roten Tore

Als ich meine Kyoto-Reise geplant habe, stand Fushimi Inari nicht sehr weit oben auf meiner “Muss ich sehen”-Liste. Wobei, geplant ist eigentlich das falsche Wort. Ich lege mir meistens nur eine Liste an Orten, die ich sehen möchte, zurecht und entscheide dann spontan, was ich ansehe. Eigentlich war für diesen Tag Nara geplant, aber aus Gründen, die ich heute nicht mehr nachvollziehen kann, habe ich mich dann doch für Fushimi Inari entschieden. Rückblickend muss ich sagen, zum Glück.

Fushimi Inari (der eigentlich Fushimi Inari Taisha heißt) ist einer der ältesten und bekanntesten Shintō-Schreinen in Kyoto. Die namensgebende Gottheit Inari, die in diesem Schrein verehrt wird, ist die Gottheit für Fruchtbarkeit, des Reises und der Füchse. Inari wird in der Regel auch als ein meist weißer Fuchs dargestellt.

Direkt am Eingang erwarten die Sembon Torii, die eintausend Torii, den Besucher. Sie zählen wohl mit Abstand zu den bekanntesten Fotomotiven in ganz Kyoto. Nur leider ist es hier nie so ruhig wie auf den Fotos – unzählige Fotografen warten darauf, eines der begehrten Fotos der Torii ohne Menschen zu schießen. Blöd nur, dass auch unzählige Touristen ein Foto von sich in ebendiesen Torii machen wollen. Also ist hier etwas Geduld gefragt. Auch ich habe ein Foto der leeren Torii ergattert, allerdings finde ich es irgendwie… unterwältigend? Letztlich sehen alle Bilder, die hier gemacht werden, irgendwie gleich aus. Es fühlt einfach nicht nicht wie mein Foto an.

Die Sembon Torii am Eingang des Fushimi Inari
Die Sembon Torii am Eingang des Fushimi Inari

Auf dem Gelände des Schreins erstreckt sich ein Netzwerk aus Wanderwegen, die sich den 233 Meter hohen Berg Inari hinaufwinden und stets von mal mehr, mal weniger Toriis gesäumt sind. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sich etwas auf die kleine Wanderung vorzubereiten und ein paar Snacks mitzunehmen, anstatt – so wie ich – auf gut Glück los zu spazieren.

Der Rundweg ist 8 Kilometer lang und führt an 13 kleineren und größeren Schreinen, sowie mehreren kleinen Läden vorbei, in denen man Andenken und teilweise auch kleine Snacks kaufen kann. Auch ein paar Getränkeautomaten dürfen natürlich nicht fehlen. Nach ungefähr der Hälfte des Aufstiegs erreicht man einen Wegpunkt, der treffenderweise “Kreuzung” heißt. Von dort hat man einen herrlichen Blick über Kyoto und kann noch dazu leckeres Softeis essen. Ich kann die Mischung aus Vanille- und Matcha-Eis sehr empfehlen. Da der gesamte Weg die Form einer großen Acht hat, können Besucher, die nicht so gut zu Fuß sind, an dieser Stelle umkehren und sich wieder an den Abstieg machen.

Alle Anderen folgen weiter der Allee aus Toriis in Richtung des Berggipfels. Hier sind bei weitem nicht mehr so viele Touristen wie noch am Eingang bei den Sembon Torii. Und die, die es bis hierhin geschafft haben, verteilen sich durch die Weitläufigkeit des Areals ganz gut. Nach insgesamt rund vier Kilometern erreicht man den Gipfel des Berg Inari mit dem Gipfelschrein, der 233 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Nach einer Verschnaufpause und einer Runde um den Gipfelschrein geht es wieder an den Abstieg. Bergab läuft es sich deutlich schneller, vor allem wenn man – so wie ich, dank meiner mangelnden Vorbereitung – mittlerweile ordentlich Hunger bekommen hat. Dazu kommt, dass der Abstieg fotografisch nicht mehr so spannend ist wie der Aufstieg. Letztlich läuft man auch hier wieder durch schier endlose Alleen aus roten Toriis und kommt an vereinzelten Schreinen vorbei.

Nachdem man erneut die “Kreuzung” passiert hat, ist man schon wieder am Fuße des Berges und somit im unteren Teil des Geländes angekommen. Und da wartete ein kleines Wunder auf mich: ein Stand, der frische, heiße Kurokke verkauft. Das sind kleine Fladen aus Kartoffelpüree und Gewürzen, die knusprig paniert und frittiert werden. Ein köstlicher Snack für zwischendurch! Danach ist man sehr schnell wieder am Eingang des gesamten Geländes und kann sich entweder über die JR Nara Line oder über die Keihan Main Line zurück auf den Weg nach Kyoto begeben.

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