Weniger ist mehr – oder etwa doch nicht? Die Frage nach dem richtigen Equipment für die Streetfotografie ist fast so alt wie das Genre selbst, und vermutlich gibt es keinen Fotografen, der sich nicht auch regelmäßig fragt, was er einpacken soll. Zwischen schweren Objektiven und dem Wunsch nach Unauffälligkeit gibt es ein paar Essentials, die meinen Workflow in der Stadt entscheidend verbessert haben. Hier ist mein persönliches “What’s in my bag” für urbane Abenteuer.
Das Wichtigste: Kamera
In Sachen Kamera hängt viel davon ab, worauf ich Lust habe und was ich vor habe. Bei einer kleinen Runde mit möglichst leichtem Gepäck gehört die Fujifilm X100VI zu meiner Standardausrüstung. Als kleine, dezente Immer-Dabei-Kamera ist die Fuji einfach unschlagbar, und dank den Filmsimulationen muss ich die Fotos aus der Fuji nur in Ausnahmefällen am PC bearbeiten. Und weniger Zeit zum Bearbeiten heißt mehr Zeit zum Fotografieren – das habe ich auch schon in Paris im Herbst letzten Jahres sehr zu schätzen gelernt.
Wenn ich etwas mehr Kamera in der Hand haben will, oder weiß dass ich eine längere oder eine kürzere Brennweite will, nehme ich stattdessen die Nikon Zf mit. Für die Nikon ist das Nikon 40mm f2.0 mein absoluter Favorit, aber auch zum 28mm f2.8 greife ich immer wieder gerne, vor allem wenn es etwas voller und enger wird. Oft landen beide Objektive in der Tasche – eins an der Kamera, das andere als Ersatz. In meinem Besitz ist zusätzlich seit kurzem noch das Nikon 50mm f1.8 S, das war bisher allerdings noch nicht mit auf der Straße unterwegs.
Kleinkram: Dies und Das
Zu den Dingen, die neben der Kamera noch mit müssen, gehören allen voran ein Ersatzakku für die Kamera, mein Geldbeutel und eine kleine Wasserflasche. Trinken ist wichtig!
Meine Galaxy Buds Pro 3 landen eigentlich auch immer in der Tasche, genauso wie eine Packung Taschentücher. Meistens nehme ich auch noch eine packbare Einkaufstasche mit, da ich auf dem Rückweg aus der Innenstadt oft noch ein paar Sachen aus dem Supermarkt mitnehme.
Die Tasche: Irgendwo muss das Zeug ja rein
Für kurze Touren durch die Stadt nehme ich im Regelfall eine Sling-Tasche, da diese leichter und unauffälliger sind als große Rucksäcke. Dass man zusätzlich quasi gezwungen wird, seine Ausrüstung zu beschränken und nicht für jeden Fall der Fälle ein Objektiv mitnimmt, ist ein angenehmer Nebeneffekt.
Die Tasche meiner Wahl ist meistens der Bellroy Venture Camera Sling. Mit 10 Litern Fassungsvermögen hat der Sling genau die richtige Größe für das, was ich mitnehmen möchte, und ist dennoch noch verhältnismäßig klein, leicht und dezent. Vor allem sieht man dem Sling nicht an, dass es eine Kameratasche ist. Der beidseitig öffnende Reißverschluss hat sich nach kurzer Eingewöhnung als absolut genial herausgestellt, um schnell an den Inhalt der Tasche zu kommen. Die Aufteilung im Innen ist hingegen nicht so perfekt, wie ich es mir wünschen würde, aber sie ist zumindest flexibel genug um alles zu transportieren, was ich im Normalfall mitnehme.

Fazit
Manchmal ist weniger eben mehr. Es braucht nicht immer einen großen Rucksack, mit dem man auf jeden erdenklichen Fall vorbereitet ist. Ganz im Gegenteil: Es ist befreiend, keine Wahl zu haben und mit dem arbeiten zu müssen, das man dabei hat.

